Zeittafel

Zeittafel
1231 Gründung des Klosters Marienfließ durch Johann Gans.

1256 Urkunde über die Marienfließer Blutrelique (wahrscheinlich Ende des 13.Jahrhundert entstandene Fälschung).

1274 Größte Schenkung an das Kloster durch die mecklenburgischen Fürsten von Werle.

1369 Urkundliche Erwähnung der Blutreliquie, die in einer geschmückten Nische im Chorraum aufbewahrt wurde, vor der ein ewiges Licht brannte.

1544 Ein lutherischer Pfarrer wird nach Marienfließ berufen.

1552 Vertrag zwischen dem Stift Marienfließ und den Herren zu Putlitz.

1618 -1648 30jähriger Krieg. Die durch die Prignitz ziehenden Söldnerheere verwüsten die Herrschaft Putlitz und zerstören das Kloster. Die Konventualinnen verlassen das Stift.

1650 ff. Rückkehr der Stiftsdamen nach Marienfließ und Wiederaufbau der Stiftsgebäude.

1679 Streit zwischen dem Stift und den Herren zu Putlitz über die Besetzung der Pfarrstelle.

Fortsetzung folgt ...

Ora et labora: Aus der Geschichte des Stifts Marienfließ

vom Zisterzienserinnen-Kloster zum adligen Fräuleinstift

Die Ursachen der Klostergründung führen in die bewegten Zeitläufe am Anfang des 13.Jahrhunderts, und sie vermögen, die auffällige Lage des Klosters an der Grenze zu Mecklenburg zu erklären. Zwei große Konflikte bestimmten am Ende des 12. Jahrhunderts das politische Geschehen im Norden des mittelalterlichen Deutschen Reiches: der staufisch-welfische Thronstreit und der deutsch-dänische Konflikt. In diesen Auseinandersetzungen stand Johann Gans wahrscheinlich auf der Seite des Brandenburger Markgrafen Otto II.(1184-1205), der ein staufischer Parteigänger und entschiedener Gegner der Dänen war. Unter dem Nachfolger Ottos, Markgraf Albrecht II (1205-1220), trat ein Wechsel im Verhältnis zu Johann Gans ein. Während dieser nicht mehr am markgräflichen Hof erschien, wurde Graf Heinrich von Schwerin enger Verbündeter des Markgrafen. Heinrich war ein erbitterter Feind Johanns. Diese neuen Konstellationen brachten Johann Gans wahrscheinlich dazu, sich den Dänen anzuschließen. So berichtet der Chronist Arnold von Lübeck, daß Johann Gans im Jahr 1208 von den Schweriner Grafen aus der Burg Grabow (Meckl.) vertrieben wurde, woraufhin der dänische König Waldemar II. einen Vergeltungsschlag durchführen ließ. Das Bündnis mit Dänemark sicherte für Jahrzehnte die Herrschaft von Johann Gans. Eine Wende dieser Verhältnisse setzte mit der Entführung und Gefangennahme des dänischen Königs durch Graf Heinrich von Schwerin im Mai 1223 ein. Die daraus resultierenden Verwicklungen endeten am 27. Juli 1227 mit der Schlacht bei Bornhöved, wo das endgültige Ende der dänischen Vorherrschaft in Norddeutschland besiegelt wurde. Den Wegfall des mächtigen dänischen Verbündeten versuchte Johann Gans durch die erneute Anlehnung an die Markgrafen von Brandenburg und den Bischof von Havelberg zu kompensieren.